Wer verwaltet hier eigentlich wen?

Soziale Selbstverwaltung bedeutet, dass Versicherte und Arbeitgeber selbst bestimmen, welche Entscheidungen in den Sozialversicherungen getroffen werden. Alle 6 Jahre wählen sie dafür Parlamente, die je zur Hälfte mit Versicherten und Arbeitgebern besetzt werden.

Die Selbstverwaltung unserer Sozialversicherungssysteme gehört zu den Strukturprinzipien unseres Sozialstaates. Auf diesem Weg wirken wir an der Erfüllung öffentlicher Aufgaben verantwortlich mit. Sie stärkt die Sozialpartnerschaft und unterstützt eine friedliche und demokratische Entwicklung der Gesellschaft.

Macht das nicht eigentlich die Politik?

Nein. Der Bundestag bestimmt über den gesetzlichen Rahmen, in dem sich die Selbstverwaltung unsere Sozialversicherungen bewegt. Die Ausgestaltung dieser Spielräume übernehmen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Um es am Beispiel der gesetzlichen Krankenkassen zu verdeutlichen: Wir bestimmen und kontrollieren den Vorstand, wir beschließen den Haushalt und wir entscheiden über Satzungsleistungen wie Bonusprogramme und Wahltarife.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht das:



Selbstverwaltung ist Ehrenamt!

Das bedeutet, in den Parlamenten arbeiten ausschließlich ehrenamtliche Vertreter. Sie engagieren sich in Parlamentssitzungen, unterschiedlichen Ausschüssen und persönlichen Gesprächen mit Versicherten. Von der Selbstverwaltung werden zudem die Versichertenberater/-innen und die Mitglieder der Widerspruchsausschüsse bestimmt – auch sie arbeiten ehrenamtlich. Die finanzielle Unabhängigkeit des Ehrenamts ist ein Garant für die unabhängige Vertretung der Interessen von Versicherten.

Erklärfilm zur Selbstverwaltung:


Wir stellen uns zur Wahl!

Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)
Kolpingwerk Deutschland
Evangelische Arbeitnehmehr-Organisationen (BVEA)

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Lassen Sie sich durch unser Wahlprogramm überzeugen.

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Wer steht zur Wahl?

Bei der Sozialwahl stellen Organisationen, wie zum Beispiel Gewerkschaften und andere Arbeitnehmervereinigungen, ihre Kandidaten in Listen auf. Die Wahlberechtigten geben dann ihre Stimme für eine dieser Listen ab. Daher ist die Sozialwahl eine Listenwahl und keine Personenwahl wie etwa die Wahl der Direktkandidaten im Deutschen Bundestag. Je mehr Stimmen eine Liste bei der Wahl erhält, desto mehr Sitze kann sie in den Parlamenten mit ihren Kandidaten besetzen. Listen aufstellen können Arbeitnehmervereinigungen (z. B. Gewerkschaften), die sozial- und berufspolitische Ziele vertreten. Außerdem können auch Versicherte eigene „Freie Listen“ aufstellen, wenn sie die dafür notwendige Zahl an Unterstützern unter den Versicherten nachweisen können.


Warum das Ganze?

Selbstverwaltung heißt, dass die Versicherten selbst Einfluss auf ihre Angelegenheiten nehmen: Sie treffen wichtige Entscheidungen selbst ─ nicht der Staat. Ihre gewählten Vertreter arbeiten ehrenamtlich und sind allein den Versicherten verpflichtet. Dadurch sind die Sozialversicherungsträger sehr nah an den Menschen, für die sie Leistungen erbringen.

Der Gesetzgeber hat die soziale Selbstverwaltung als festen Bestandteil der Demokratie in Deutschland verankert. Sie ist seit 1953 bewährtes Modell des Interessenausgleichs und trägt damit zur Leistungsfähigkeit der deutschen Sozialversicherung und zum sozialen Frieden bei.



Weitere Videos

Auch einige Sozialversicherungsträger, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände haben gute Erklärvideos erstellt, die wir an dieser Stelle nicht vorenthalten möchten.


  • Connector.

    IG Betriebliche Krankenversicherung: Was ist eine Sozialwahl?

    . Zum Video.

  • Connector.

    IG Betriebliche Krankenversicherung: Was macht die Selbstverwaltung?

    . Zum Video.

  • Connector.

    Techniker Krankenkasse: Sozialwahl & Verwaltungsrat

    . Zum Video.

  • Connector.

    IKK classic zur Sozialwahl

    . Zum Video.

  • Connector.

    IKK classic: Selbstverwaltung

    . Zum Video.

  • Connector.

    Die IG Metall erklärt: Die Sozialwahl

    . Zum Video.