Pressemitteilung: Versicherte mit Milliardenschulden bei der gesetzlichen Krankenversicherung

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Eine Kleine Anfrage im sächsischen Landtag offenbart erneut den dramatischen Schuldenstand bei den gesetzlichen Krankenkassen. Inzwischen türmen sich dort bundesweit Forderungen von weit über 6 Milliarden Euro gegenüber Versicherten auf, die rasant steigen. Schuld daran ist vor allem das Beitragssystem.

„Sofern nicht unverzüglich gehandelt wird, ist davon auszugehen, dass wir Ende des Jahres bei 7 Milliarden Euro ankommen – wahrscheinlich sogar noch darüber. Unser Sozialversicherungssystem ist auf Solidarität angelegt. Dass dieses Prinzip in Schieflage geraten ist, blendet der Gesetzgeber seit Jahren aus – hier besteht Handlungsbedarf!“, so Hannes Kreller, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Arbeitnehmer-Organisationen (ACA) und Verwaltungsratsmitglied der DAK-Gesundheit.

Im Jahr 2011 beliefen sich die Forderungen gegenüber den Versicherten noch auf eine Milliarde Euro. Dass sich der Schuldenstand so dramatisch entwickelt hat, liegt vor allem an der Beitragssystematik für Selbstständige. Unabhängig von ihrem tatsächlichen Einkommen müssen sie einen Mindestbeitrag zahlen. Damit soll verhindert werden, dass sich Selbstständige „arm rechnen“. Die aktuellen Zahlen belegen allerdings eindeutig, dass diese pauschalen Beiträge an der Realität vorbei gehen.

„Es muss das Ziel sein, Selbstständige in die gesetzlichen Sozialversicherungssysteme zu integrieren. Damit verbreitern wir die Basis der Beitragszahler und verhindern, dass die vielen Solo-Selbstständigen außerhalb des Sozialstaats in Existenznöte geraten. Die aktuellen Regelungen sind da kontraproduktiv!“, so Hannes Kreller weiter.

Er ruft dazu auf, sich bei der derzeit stattfindenden Sozialwahl zu beteiligen, um diesem Anliegen Stimmkraft zu verleihen. Wer noch bis zum 28. Mai seine Wahlunterlagen abschickt, kann davon ausgehen, dass sie rechtzeitig ankommen. Hinter der ACA stehen die drei christlichen Verbände Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands, Kolpingwerk Deutschland und der Bundesverband evangelischer Arbeitnehmer-Organisationen. Sie setzten sich für mehr Solidarität ein, die sich unter anderem in einer paritätischen Finanzierung und Beitragsgerechtigkeit ausdrückt.